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Die Zenoburg
Um
auf den Felshügel zu gelangen, welcher die nach dem Schutzpatron
des Wassers benannte Zenoburg trägt, verlässt man Meran durch das Passeirertor
oder steigt von der Gilfpromenade über einen Steig mit Stufen empor zu
Jaufenstrasse, wo man in wenigen Minuten, auf der Strasse mit dem Wagen,
auf dem Steig zu Fuss, am Ende der Steigung an einem kleinen Platz angelangt
ist, an dessen rechter Seite auf einer Felskanzel die Burg und die
Reste eines alten Heiligtums stehen.

Dieser Hügel besitzt eine strategische Lage erster Ordnung, er beherrscht
die aus dem Passeier nach Meran führende Strasse: Eine immer geschätzte
Eigentümlichkeit. Hier war in vorgeschichtlicher Zeit eine Wallburg und
als an der Zeitenwede die Römer bei ihrem Vormarsch ins Alpen und Donauland
auch hierher kamen, errichteten Sie vermutlich das castrum majense als
einen Hauptstützpunkt zur Verteidigung der durch Rätien führenden Srasse.
Die Kapelle erhielt in mittelaterlicher Zeit den Charakter einer
Pfalzkapelle und diente durch viele Jahrhunderte nach Ihrer geschichtlichen
Bestimmung als Burgkapelle.
Sankt Zeno, der in den ersten Jahrhunderten Lebte, hatte hier ein berühmtes
Heiligtum, das viele Pilger und Wallfahrer anzog. Zwischen 470 und 474
wurden hier die Gebeine des Augsburger Bischofs Sankt Valentin und 725
auch jene des Freisinger Bischofs Sankt Korbinian beigesetzt. In diesen
Jahrhunderten war dieses Heiligtum überaus bekannt und seine Bedeutung
ging erst zurück, nachdem die sterblichen Hüllen des Hl. Valentin 756
nach Passau und des Hl. Korbinian 768 nach Freising überführt wurden.
Die religiöse Bedeutung dieses Ortes verfiel langsam und konnte auch nicht
wiederhergestellt werden durch die Gewährung eines Ablasses, die1288 gegen
Leistung eines Beitrages der Gläubigen zur Wiederherstellung des verfallenen
Heiligtums gewährt wurde.
Damals konnte Meinhard der II. von Tirol sei Verlangen nach Einverleibung
dieses strategisch bedeutsamen Punktes durch einen Starken Druck auf die
Suppan, welche die beiden nördlichen und westlichen Befestigungen bei
der Alten Kapelle erbaut hatten, befriedigen. Zwischen 1285 und 1290 baute
Meinhard II. die Befestigung und das Heiligtum auf dem Hügel der Zenoburg
als eigene Residenz aus In diesem wichtigem Augenblick wurde aus dem Zenoberg
aus dem einfachen Heiuligtum eine Zweigeschossige Pfalzkapelle wie auf
anderen Herrschaftssitzen. Meinhard führt aber auch andere Arbeiten der
Erneuerung und erweiterung durch, so wurden an der Kapelle das interessante
Rundbogenportal und der Tiroler Adler und der Lindenbaum, Wappen und andere
Reliefs angebracht.
Die Zenoburg war die Lieblingsresidenz der Tiroler Fürstenfamilie, bis
Karl von Böhmen in dem Krieg gegen Margarethe Maultasch sie 1347 zerstörte.
Allmählich stebten die Habsburger die Wiederherstellung der Zenoburg in
alter Pracht wieder an; aber alle edlen Vorsätze und Absichten konnten
dies nicht mehr verwirklichen. In den folgenden Jahrhunderten verfiel
die Zenoburg.
Im Jahre 1800 erwarb die Familie Leopold von Braitenberg die Zenoburg
für 2000 Florints. Sie ist heute noch im Besitz der Familie Breitenberg.
Der Heutige Besitzer hat sich mit Energie und Hingabe um die Restaurierung
der Kapelle und des Turmes und eine geschmackvolle Einrichtung und Annehmlichkeit
der Wohnräume bemüht.
Die Burg kann nicht besichtigt werden.
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